Schulhausgestaltung

Im Sächsischen Lehrplan der Kunstkurse Klasse 10 steht das Ziel, die individuelle Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeiten auszuprägen. Um dieses Ziel zu erreichen, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler eine eigene komplexe Gestaltungsaufgabe. Dazu sollen sie konzeptionell ihre Fähigkeiten zur aktiven Gestaltung ihres Umfelds nutzen. Welches Umfeld ist den Schülerinnen und Schülern alltäglich direkter als die Schulumgebung? Die 10. Klässler haben beinahe sechs Jahre ihres Lebens an der Oberschule verbracht. Da liegt es nahe, das Schulleben und auch das Schulgebäude aktiv mitzugestalten.
Vor diesem Rahmen entstand das sogenannte „Toilettenprojekt“, welches allerdings nicht mehr nur auf die Toiletten beschränkt sein soll. Namensgebend war ein Problemfeld, mit welchem jede Schule versucht, einen guten Umgang zu finden: (unsaubere) Toiletten und Vandalismus eben jener.

Die zugrundeliegende Idee des Projektes ist denkbar einfach: Indem die Schülerinnen und Schüler aktiv an der Gestaltung ihrer direkten Umgebung teilhaben, schätzen sie diese hoffentlich mehr. Denn schließlich haben sie selbst Arbeit, Zeit und Mühe investiert, um den Lebensraum Schule zu gestalten. Dies betrifft jedoch nicht nur die 10. Klassen, sondern jede am Schulleben beteiligte Person. Die Zehntklässler entwerfen im Zuge eines anwendungsorientierten Kunstunterricht ihre eigenen Ideen zur Gestaltung der Wände, Waschbecken, Decken, Kabinen der Toiletten (oder auch der Zimmer). Hierbei greifen sie auf alle Methoden und gestalterische Mittel zurück, die sie bisher im Kunstunterricht gelernt haben. Sie können malen, zeichnen, Installationen entwerfen, Collagen oder Graffitis gestalten und vieles mehr. Diese Ideen sollen sie mit Hinblick auf die theoretische und praktische Ausarbeitung mit kunsthistorischen und gegenwärtigen Künstlerbeispielen begründen, die sie selbst recherchieren. Ist diese theoretische und in kleinerem Rahmen praktisch erfolgte Vorarbeit geleistet, reichen die Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses ihre Entwürfe ein.

Diese Entwürfe werden zur Abstimmung gebracht, die der gesamten Schule zugänglich gemacht werden – vom 5.-Klässer zum 10.- Klässler wie dem Schulpersonal. Dadurch, dass alle an der Abstimmung teilnehmen können, und somit auch aktiv auf die Gestaltung einwirken können, soll die Wertschätzung für das Gebäude und den gemeinsamen Lebensraum nicht nur in der 10. Klasse steigen. Die Abstimmung erfolgt zeitlich begrenzt. Auf diese Weise kann jede Person demokratisch an der Gestaltung teilhaben und so Schule gemeinsam erlebbar machen.
Die Entwürfe, welche die meisten Stimmen ergattern konnten, werden anschließend in Gruppen von den Schülerinnen und Schülern praktisch im Schulgebäude umgesetzt. Somit können die Abschlussklassen etwas Persönliches in dem Gebäude hinterlassen, in dem sie sechs Jahre ihres Lebens verbracht haben.